Presserklärung des RA Roubiček vom 02.11.2011
zu den in den Medien / Öffentlichkeit kursierenden Informationen über angebliche strafbare Handlungen des
Arztes Dr. Hartmut W. Hopp
während seiner Tätigkeit in Chile

– bei der Staatsanwaltschaft Krefeld anhängige Ermittlungsverfahren –

Um falschen und / oder irreführenden Informationen zu begegnen, Folgendes:
Die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt seit mehreren Wochen gegen den Arzt Dr. Hartmut Wilhelm Hopp. Aus der Sicht des Beschuldigten – und gemäß bisheriger Kenntnis der Sach- und Rechtslage auch seitens der Verteidigung – sind die unterschiedlichsten Vorwürfe strafbarer Handlungen (teilweise offenbar viele Jahre / Jahrzehnte zurückliegend in Chile), letztendlich strafrechtlich nicht haltbar und zwar aus den unterschiedlichsten Gründen.

Richtig ist zunächst, dass Dr. Hartmut W. Hopp in Krefeld wohnt und vor einigen Monaten nach über 50-jährigem Leben im Überseeausland (u. a. in Chile) in seine Heimat Deutschland zurückkehrte. Sein Aufenthalts- und Wohnort ist den deutschen Behörden von Anfang an hinlänglich bekannt.

Richtig ist auch, dass es Ermittlungsverfahren gegen meinen Mandanten gibt, weil verschiedene Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft in Krefeld vorliegen. Sie betreffen Vorwürfe aus Chile, die Jahre bzw. Jahrzehnte zurück liegen. Mit dem für diese Vorgänge zuständigen Oberstaatsanwalt stehe ich als Verteidiger im schriftlichen und fernmündlichen Kontakt. Die Ermittlungen gestalten sich dort schwierig, zumal es von den Ermittlungspersonen eine Vielzahl von Unterlagen zu sichten gibt, teilweise in spanischer Sprache. Der gegen ihn erhobene Vorwurf der „Kinderschändung“ wird von Dr. Hartmut W. Hopp mit aller Entschiedenheit bestritten. Anzumerken ist, dass das seit vielen Jahren alte Strafverfahren derzeit in Chile noch zu keinem rechtskräftigen Abschluss gekommen ist.

Richtig ist schließlich auch, dass Dr. Hartmut W. Hopp früher einmal als Arzt auf dem Landgut („fundo“) in der Nähe von Parral / Chile – in der sogenannten „Colonia Dignidad“ (kurz: CD) – gearbeitet hat. Er hat diese Tätigkeit in ärztlicher Verantwortung nach den Gesetzen des Landes ausgeübt. Die insoweit gegen ihn erhobenen Vorwürfe entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. Hervorzuheben ist, dass er in den relevanten 70iger Jahren gar nicht in der CD lebte und erst in den letzten Jahren seines Aufenthaltes in Chile von dem Sachverhalt und den gegen ihn erhobenen Vorwürfen Kenntnis erlangte.

Richtig bleibt auch, dass mein Mandant alles in seiner Macht Mögliche unternehmen will und wird, um zusammen mit den deutschen Behörden seine Unschuld – auch bezüglich erst jetzt gegen ihn erstmalig erhobenen Vorwürfen – zu beweisen, damit die gegen ihn geführten Ermittlungsverfahren der deutschen Justiz gemäß § 170 Abs. II Strafprozessordnung baldmöglichst eingestellt werden.

N i c h t zutreffend ist, dass den zuständigen deutschen Stellen ein Auslieferungsantrag der Republik Chile vorliegt. Am Rande sei erwähnt, dass gemäß deutscher Rechtslage nach dem Grundgesetz die Auslieferung eines Deutschen nach Chile ohnehin unzulässig ist und somit im konkreten Fall auch ein verfahrensrechtliches Auslieferungshindernis besteht.

Es wird höflich darum gebeten zu respektieren, dass eine „Verteidigung über die Medien / Öffentlichkeit“ nicht erfolgen wird. Als Strafverteidiger, der In- und Ausländer bundesweit verteidigt und auch eigene langjährige Kenntnisse von Land und Leuten in Lateinamerika und zwar auch aus dem Leben vor Ort sowie von Behörden / Institutionen in verschiedenen Ländern des Subkontinents hat, steht Unterzeichner allenfalls für allgemeine Rückfragen fernmündlich zur Verfügung. Aber eigene Bewertungen zu den strafrechtlichen Vorwürfen dürfen von ihm als Strafverteidiger des Dr. Hartmut W. Hopp nicht erwartet werden.

Im Übrigen gilt:

Die Verteidigung des Beschuldigten weist aus ggb. Anlass darauf hin, dass bis zum Verfahrensabschluss bzw. bis zur Einstellungsentscheidung der Staatsanwaltschaft Krefeld die Kernfrage der Schuld und einer evtl. Verantwortung eines Beschuldigten weiterhin völlig offen bleibt – Unschuldsvermutung laut Artikel 6 II der EMRK (Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten) sowie des Grundgesetzes und jegliche Vorverurteilungen deplatziert wären. Dies ist zum Schutz eines Beschuldigten und zur Wahrung seiner Rechte nach der Strafprozessordnung und den verfassungsrechtlichen Grundsätzen in Deutschland zwingend geboten!

Verteidigung in Ermittlungs-/Strafverfahren ist ständiger Kampf. Dabei hat ein Verteidiger auch die Aufgabe, mit allen gesetzlichen Mitteln seinem Mandanten in Strafsachen zu unterstützen, auch gegen etwaige Einschränkungen seiner Grundrechte.

Mit dieser Veröffentlichung soll zugleich darauf hingewiesen werden, dass die Verteidigung mit allen gesetzlichen Mitteln dafür sorgen wird, dass eine Vorverurteilung des Dr. Hartmut W. Hopp weder durch die Medien noch durch diskriminierende Öffentlichkeitsarbeit erfolgen wird.

Börgerende zwischen Rostock und dem westlich gelegenen Heiligendamm an der Ostsee, den 02. November 2011